Robert Krainhöfner : Über mich

Vita, Arbeitsweise, Presse

  


Vita


geb.1967 in Jena
1983 - 86 Werkzeugmacher in Jena
1992 - 95 Holzbildhauer in Berchtesgaden
1995 - 99 Bildhauerei bei Prof. Höpfner in Nürnberg
1997 Gastsemester bei Prof. Rahmann in Weimar
1999 Aufbaustudium Kunst und öffentlicher Raum bei Prof. Hölzinger in Nürnberg
2001 Diplom für Kunst im öffentlichen Raum
2004 Mitglied im VBK Thüringen
2011 Mitglied im BBK


Preise und Stipendien

2009 Stipendium der Kulturstiftung Thüringen
2011 Walter-Dexel-Stipendium 2011 der Stadt Jena
2013 Stipendium der Kulturstiftung Thüringen
2014 Finalist beim Phönix Kunstpreis 2014
2015 Arbeitsstipendium für Bildende Kunst Thüringen


Ankäufe

2008 JenaKultur „Coimbra-Tisch“
2010 privat „Stahlband 6m, gefaltet“
2012 Stadtverwaltung Jena (KIJ) „Stahlring, verdreht und gesteckt“
2014 privat „Kreisscheibe offen“
2014 Schloss Burgk , Wandrelief, "Kreis, 180 Grad gedreht"
2015 JENOPTIK AG „Ringband 100, Stahlband 5 m,12-fach gefaltet“
2015 Sparkasse Mittelthüringen, Email,“ Farbklang“


Ausstellungsbeteiligungen

1999 Nürnberg Akademie der bildenden Künste Nürnberg
1999 Jena Ladenprojekt Oberlauengasse
2000 Jena Sommerausstellung- Kulturbahnhof
2000 Nürnberg Teilhaber am Reisestipendium der IHK (Klassenpreis)
2001 Nürnberg Ausstellung zum Projekt Bahnhofsvorplatz - Nürnberg
2001 Nürnberg Werkstatt Bahnhofsvorplatz
2002 Jena Fotoinstallation in der Stadt „180 Grad"
2003-2004 Jena- Weimar Wandern im Zwischenraum
2004 Jena Gartenstücke
2005 Jena Wettbewerb Brunnen- Winzerla
2006 Plauen Wettbewerb Brunnen -“König Albert“
2008 Erfurt Wettbewerb Willy Brandplatz
2008 Jena Coimbra- Tisch für die FSU Jena
2008 Erfurt Annäherung an Konkret im Forum für Konkrete Kunst
2009 Gera 4.Höhlerbienale
2009 Erfurt „Anlass Bauhaus“ in der Umformtechnik Erfurt
2009 Erfurt Plakataktion des Forum Konkrete Kunst
“Die Kunst geht in die Stadt“
2010 Gera, Galerie „M1-Kunstzone“
2011 Gera, 5. Höhlerbiennale"
2011 Erfurt, Ausstellung „Material und Form“ Egapark
2011 Koblenz, Bundesgartenschau „Spaces“, Sieben Thüringer Künstler stellen aus
2012 Jena, Universitätsklinikum- Kunst in der Magistrale
2012 Jena, Ausstellung „FORM UND RAUM“
2013 Kunsthaus IKKP Rehau, Eugen Gomringer Plakatausstellung „Die Kunst war in der Stadt“ Hommage an eine Gründergeneration
2014 Bremer Kunstfrühling - Galerie Corona Unger
2014 Art Bodensee in Dornbirn - Galerie Corona Unger
2014 BERLIN ART WEEK – Kunsthandlung Huber & Treff
2015 Erfurt, Forum Konkrete Kunst , “KONKRET in Thüringen“
2015 Jena Wettbewerb "Kunst am Johannisplatz"

Einzelausstellungen

2012 Gotha, Ausstellung im Augustinerkloster
2012 Jena, Plattform - ARTKONTOR
2013 Bremen, Kabinettausstellung Galerie Corona Unger
2013 Erfurt, Galerie Waidspeicher zum Güldenen Krönbacken,„STADT RAUM FORM“
2013 Weimar, Haus am Horn – „Faltfeuer 2013“- Faltperformance
2015 Jena, Villa Rosenthal „Dialog mit Dürer“ mit Angela Breidbach
2015 Bremen, Galerie Corona Unger
2015 Jena, JENOPTIK AG „tangente46“



Meine Arbeitsweise

Geometrie

Die Ausgangspunkte für meine Arbeiten sind einfache geometrische Formen, welche sich offensichtlich einem Veränderungsprozess unterziehen. Diese elementaren Formen werden nach vorher bestimmten Regeln gefaltet oder zerschnitten und neu zusammengesetzt. Bei meinen Untersuchungen steht eine Neugier im Vordergrund, welche das lebendige und nicht sichtbare Wesen der Geometrie zeigen möchte. Es entstehen Falt-Räume, welche sich mit phantasievoller Aufmerksamkeit in ihre ursprüngliche Lage zurückverfolgen lassen. Herausgefordert wird das genaue Hinschauen und Verstehen spielerischer Zusammenhänge von Fläche und Raum.

Konkrete Kunst (Bauhaus, Josef Albers, Max Bill)

Für mich besteht das Erbe des Bauhauses in der veränderten Umgangsweise und Sichtweise mit allen kulturellen Fragen. Es gab die Chance der Auseinandersetzung in einer Institution mit all ihren Vor- und Nachteilen bzw. Schwierigkeiten. Sie vereinte jedoch verschiedene Strömungen auf der Suche nach grundsätzlicher Wahrheit, Einfachheit und Glaubwürdigkeit und dem sozialen Anliegen der Gerechtigkeit. Deutlich machte dies für mich die Herangehensweise von Josef Albers im Vorkurs des Bauhauses. Tom Wolfe beschreibt in seinem Buch "Mit dem Bauhaus leben", wie Josef Albers in seinem Papierkurs von der Seele des Materials spricht und daraufhin die Entwürfe seiner Studenten prüft. Ich empfinde diese Herangehensweise nicht als rückblickendes Erbe, sondern als begonnenes Erbe, welches in unserer Zeit immer wichtiger zu werden scheint, wenn wir zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterscheiden wollen. Zum Einen in der Pädagogik wie bei Albers zum Anderen auch für die eigene künstlerische Arbeit. Max Bill, der als Schüler am Bauhaus Dessau war, hat mit seinen Arbeiten die Konkrete Kunst mitbegründet und entscheidend weiter formuliert. Max Bills Denkweise, Regeln für die Arbeit aufzustellen und die Arbeiten so zu benennen, ist mir sehr vertraut und zeigt starke Wirkung auf meine Arbeit.

Visueller Klang

Die Nachvollziehbarkeit meiner Faltungen aus der Fläche ermöglicht es, die Bewegungen des Materials als Schwingung wahrzunehmen. Durch das Falten der Stahlflächen entstehen Räume, welche dem Material die Möglichkeit geben zu klingen. Ich nenne es „Musik für die Augen“. Themen aus der Musik wie Rhythmus, Komposition, oder Diagonal, sowie wichtige Zahlen, wie die Acht oder die Zwölf, sind offensichtlich. So entsteht z. B. beim Falten eines Stahlbandes durch das Einkürzen der einen Bandseite ein Zwischenraum mit dem Verhältnis von 3:2. Musikalisch entspricht dies dem Intervall einer Quinte. Diesen mathematischen Zusammenhang von Intervall und Zwischenraum in der Musik wie in der Skulptur möchte ich gern offensichtlich und erfahrbar machen. Für mich ist Raum gleich Klang. Es ist die Idee eines visuellen Klanges, welche ich verfolge. Die Skulptur und der sie umgebende Raum entsprechen hierbei einem Ton mit der dazugehörigen Phrasierung oder Pause. So wie in der Musik die Pausen ganz entscheidend die Musik formen, kommen meine Skulpturen durch ihren Umraum erst zur vollen Entfaltung.